Erzieher*innen zeigen sich löwenstark
Magie, wohin man sieht: Ein powervolles Fantasiewesen, das das Publikum mitreißt. Fakirkunst, Feuer-Elemente, Clownerie, Akrobatik und Zauberei, die Zirkusflair auf die Bühne zaubern. Eine geldgierige und harsche Zirkusdirektorin, die ihrer Tochter Mariella nichts zutraut und schließlich eines Besseren belehrt wird. Solo- und Chorgesang zu bekannten Kompositionen. Im „Zirkus Teamolino“ haben die angehenden Erzieher*innen aus dem Unterkurs am Kolping-Sozial-Berufskolleg Delbrück ihr Publikum mit Gesang, Tanz und Schauspielerei verzaubert. Vor den Sommerferien hatten sie rund 300 Erst- bis Drittklässler*innen aus dem Grundschulverbund Westenholz-Hagen sowie die Schulgemeinschaft aus den eigenen Reihen zu zwei Vorstellungen und Freunde und Familie zu einer offenen Probe ins Forum Westenholz eingeladen. Für ihr Theaterprojekt haben sie den Schritt ins Musicalgenre gewagt.
Gesang, Tanz, Artistik und Schauspiel: Die angehenden Erzieher*innen haben mit dem „Zirkus Teamolino“ ein eigenes Musical auf die Bühne gebracht. Foto: Jana Sudhoff
Erschaffen hat das 18-köpfige Ensemble eine Zirkuswelt rund um die profitsüchtige Zirkusdirektorin, ihren Sohn Maurice, den Star in der Manege, und ihre kleingehaltene Tochter Mariella. Dank eines geheimen Rollentausches können die Geschwister ihre Mutter jedoch am Ende von den verborgenen Talenten Mariellas überzeugen. Ein Happy End mit der Kernbotschaft: „Du bist richtig und wichtig, wie du bist." Dem hat die Theatergruppe mit ihrer Version des „Löwenstark-Lieds“ einen Song gewidmet und ihren Text zum Einstudieren vorher an die Grundschulen geschickt. Angeheizt durch das quirlige Fantasiewesen grölten die Kinder das Lied lautstark mit, um die unsichere und selbstkritische Mariella zu motivieren, stark zu machen und Mut zu geben. „Wir müssen den Löwen rausholen und auf die Bühne lassen“, animierte das Fantasiewesen.
Gänsehautmomente durch Musik
Währenddessen sorgten auch die Artist*innen auf der Bühne für Wow-Effekte mit ihren Showeinlagen: Da wirbelten Geldscheine bündelweise durch die Luft und schossen echte Flammen vor der Feuerschluckerin in die Luft. „Feuer“ in die Aufführung brachten die Erzieher*innen auch durch ihre Interaktionen mit dem Publikum. Für die emotionale Intensität sorgten Chorgesang, Duette, Gesangssolo und tänzerische Choreografien – begleitet durch eine Musikgruppe mit Gitarre, Querflöte, Triangel, Klangstäben, Cajónes und Boomwhackers. Wie man Musical-Feeling auf die Bühne bringt, hatten zwei Musicalstudenten aus Berlin den Unterkurs-Erzieher*innen in einem zweitägigen Workshop gezeigt.
Um eine authentische Theateratmosphäre zu schaffen, hatte sich die Gruppe ebenso ins Zeug gelegt: Die Kulisse zauberten sie mit einem Projektor auf eine Leinwand, mit großen Vorhängen und Tüchern umrahmten sie die Bühne, mit selbst gestalteten Plakaten sowie Eintrittskarten für jedes Kind gaben sie dem Musicalbesuch den letzten Schliff.
Mut und Ausdauer bewiesen
„Es war für alle eine wertvolle Erfahrung, etwas auf die Bühne zu bringen und etwas Anstrengendes mit allen Höhen und Tiefen bis zum Ende durchzuziehen“, sagt ihr Lehrer Robert Raddatz, der sich freut, dass so viele Auszubildende den Mut gefunden haben, eine Rolle auf der Bühne zu übernehmen und an ihre Grenzen zu gehen. Belohnt wurden sie durch ein begeistertes Publikum, das nach der letzten Vorstellung auf die Bühne stürmte und Requisiten und Darsteller*innen in Beschlag nahm. „Es war schön, die Emotionen der Kinder und ihre strahlenden Augen zu sehen. Wahnsinn, wie sehr sich die Kinder haben mitreißen lassen“, schwärmt Robert Raddatz.